Der Dreiklang

Verstehen Sie den Dreiklang: Die Harmonie von Grundton, Terz und Quinte, die das Fundament der musikalischen Akkorde bildet.
Dreiklang

Der grundlegende Akkord in der europäischen Musik ist der Dreiklang.

Er ist ein besonderer Akkord.

(accordare = lat. übereinstimmen)

Die „Herkunft“ des Dreiklangs

Der Dreiklang ist zum Sinnbild für musikalische Hamonie – für den schönen Zusammenklang.

αρμονια = das Zusammengefügte

Der Dreiklang ist ein physikalisches Phänomen.

Innerhalb der Partialtonreihe bilden die 4., 5. und 6. Stufe einen Dur-Dreiklang auf dem Fundamentton der Reihe.

(Darüber an anderer Stelle mehr.)

Der Dreiklang als Teil der Tonleiter

Übertragen wir dies auf eine Tonleiter (wir nutzen zur Erklärung immer die Tonleitern, die von c ausgehen), so bilden der 1., 3. und 5. Ton, das sind Grundton (1),Terz (3) und Quinte (5), den Dreiklang der Tonart des Grundtons, hier also c.

In dieser besonderen Form, der großen Terz (I – III), als das untere Intervall des Dreiklangs und der kleinen Terz (III – V) als oberes Intervall, hören wir einen Dur-Dreiklang.

Da der Grundton c ist, sprechen wir vom C-Dur-Dreikklang.

Die Umkehrung des Terzaufbaus, kleine Terz (i – iii) unten und große Terz obenauf (iii – v), ergibt den Moll-Dreiklang. Hier also den Dreiklang c-Moll.

Der Dreiklang ist ein Akkord der sich aus zwei Terzen im Rahmen einer Quinte bilden lässt.

Der Dreiklang, mathematisch

Der Dreiklang kann als eine zwei-geteilte Quinte verstanden werden.

Gehen wir nochmal an den Ausgang unserer Betrachtung zurück, dann erkennen wir, der 4. und 6. Ton der Partialtonreihe ergeben zusammen eine Quinte. Das arithmetische Mittel aus 4 und 6 ist 5 (4+6=10/2=5). Daher kann man beim Dreiklang von einer arithmetischen Teilung der Quinte sprechen. (Dies gilt so aber nur für den Dur-Dreiklang, der als die Dreiklangsgrundform angesehen werden kann.

Die Arten des Dreiklangs

Zwei ungleiche Terzen, groß und klein, bilden den Dur- oder

Moll-Dreiklang

Wird der Quintrahmen verändert – verengt zur verminderten Quinte oder erweitert zur übermäßigen Quinte – verändert sich auch der Terzaufbau.

Zwei kleine Terzen ergeben einen verminderten Dreiklang, zwei übermäßige Terzen eine übermäßigen Dreiklang.

Dur- und Molldreiklänge zählen zu den Konsonanzen, also den Wohlkängen, die wir als angenehm empfinden (die Ruheklänge, die keiner Auflösung bedürfen). Übermäßiger und verminderter Dreiklang hören wir als Dissonanzen, sie zählen zu den Spannungsklängen, denen meist eine Auflösung (Konsonanz) folgt.

Die Akkordsymbole

die allgemein übliche Akkordsymbolschrift nutzt Großbuchstaben zur Bezeichnug der Dreiklänge, den Zusatz mfür Moll.

oder auch:

(dim = diminished = vermindert; aug = augmented = übermäßig)

Die Dreiklangsumkehrungen

Alle bisher beschriebenen Dreiklänge sind Dreiklänge in der Grundstellung sowie in der engen Lage.

Wenn der untere Ton, der bisher auch gleichzeitig der Grundton ist um eine Oktave nach oben wandert, ist der dann bleibende Unterton eine der beiden anderen, entweder Terz oder die Quinte. In diesem Fall sprechen wir von einer so genannten Umkehrung.

Den tiefsten, unteren Ton eines Akkordes bezeichnen wir immer als dessen Basston. Mit dem veränderten Basston verändert sich auch die Klangeigenschaft des Dreiklangs. Dazu aber an anderer Stelle mehr.

Die drei Gestalten des Dreiklangs können also 1.) die Grundstellung, 2.) die erste Umkehrung, 3.) die zweite Umkehrung sein.

In der Akkordsymbolschrift erscheint für die erste Umkehrung häufig eine 6, dieser Akkord wird als Sextakkord bezeichnet. Die zweite Umkehrung ergibt Quartsextakkord, an der Bezifferung 6 und 4 zu erkennen.

 Der Sextakkord, die erste Umkehrung, setzt sich zusammen aus Terz plus Quarte im Rahmen einer Sexte; der Quartsextakkord. Die zweite Dreiklangsumkehrung setzt sich zusammen aus einer Quarte und einer Terz oben auf, ebenfalls im Rahmen einer Sexte.

Die Lagen des Dreiklangs

Oben haben wir auch den Begriff der engen Lage erwähnt. Alle bisher gezeigten Dreiklänge befinden sich in der sogenannten engen Lage. D.h..: sämtliche Töne befinden sich im Rahmen einer Oktave. Sobald ein Ton den Oktavrahmen im Verhältnis zu einem der anderen Dreiklangstöne verlässt, sprechen wir von der weiten Lage. Die Lage hat keinen Einfluss auf Typ, Art und Eigenschaft des Dreiklangs. (gelegentlich findet man auch den Begriff der gemischten Lage. Damit ist gemeint: zwei Töne stehen engstmöglich beieinander, also Terz oder Quarte, und der andere Ton geht über den Oktavrahmen hinaus.)

Ein weiterer, wichtiger Lage-Begriff

Ein weiterer Begriff der sogenannten Lage wird in einem anderen Sinnzusammenhang verwandt und spielt klanglich eine wichtige Rolle. Dieer Lage-Begriff steht für die Angabe des oberen Tons eines Klangs.

Der obere Klang-Ton, bzw. Akkordton, wird als Melodieton wahrgenommen. Grundsätzlich kam von einem Dreiklang jeder der Töne auch oberste Ton sein. Da wir in der Regel von vier Stimmen ausgehen d.h. aus vier Tönen zusammengesetzte Akkorde, bedeutet es im Fall eines Dreiklangs, dass von den drei Tönen einer verdoppelt d.h. zweifach erklingen muss. Dies kann jeder der drei Töne sein.

Oktavieren wir also den Grundton eines Dreiklangs in der Grundstellung zusätzlich nach oben, wir haben ihn damit also verdoppelt, ist somit der obere, oktavierte Grundton auch der Melodieton. Wir sprechen dann vom Dreiklang in der Oktavlage.

Ist die Terz oberer Ton, handelt es sich um die Terzlage. Im Fall der Quinte – entsprechend dann die Quintlage.

Wichtig zu verstehen ist, dass Lage und Umkehrungnichts miteinander zu tun haben, beides sind voneinander unabhängige Sachverhalte. (Ob Grundstellung oder Umkehrung entscheidet der jeweilige Basston.)

Die Tabelle

In dieser Tabelle sind die wesenlichen Details der Dreiklänge zusammengefasst.

Leitereigene Dreiklänge

In der weiteren Anwendung, insbesondere in der Begleitung einer Melodie, ist es wichtig zu wissen, dass sich grundsätzlich auf jedem Ton der Tonleiter ein Dreiklang mit den Tönen derselben Tonleiter aufbauen lässt. Dabei erscheinen in der Dur-Tonleiter sowohl Dur – als auch Moll Dreiklänge, in den verschiedenen Moll-Varianten alle vier Formen des Dreiklangs.

Dur:

reines Moll:

harmonisches Moll:

melodisches Moll:

(Es ist musikalisch nicht begründet, die Mollvarianten als separate Gestalten aufzufassen. Vielmehr ist das Tongeschlecht Moll oder die Tonart Moll nicht als drei separate Tonskalen aufzufassen, sondern eher als ein Tonvorrat. Daher sind die Akkorde in Moll insgesamt als zusammengehörig zur selben Tonart zu verstehen.)