Musik ist tönende Ausformung universaler Lebens- u. Ordnungsprinzipien im Medium Zeit.(MGG)
Musik ist nicht nur Klang, sondern auch eine Form der Zeitgestaltung. Der Rhythmus ist ein wesentlicher Bestandteil der musikalischen Zeitlichkeit und bringt Bewegung in die Musik. Er lässt uns mit dem Takt mitwippen, uns im Rhythmus der Musik bewegen.
Rhythmus bedeutet, dem zeitlichen Verlauf eine Struktur zu geben. Insofern ist Rhythmus nicht Teil der Musik, sondern umgekehrt: die Musik ist ein Teil des Rhythmus
Die Vielseitigkeit des Rhythmus
Rhythmus erscheint in vielfältiger Form und ist wohl in nahezu allen Bereichen unseres Lebens präsent. Nur einige Beispiele für rhythmische Elemente:
- Die unwillkürliche Atembewegung und der Herz- und Pulsschlag sind natürliche Rhythmen in unserem Körper.
- Auch willkürliche Bewegungen wie Gehen und Springen haben rhythmische Strukturen.
- Rhythmus vermittelt uns Zeitvorstellungen und hilft uns, objektive Zeitstrecken mit subjektiven Inhalten zu füllen.
- Beginn, Dauer und Ende einer rhytmischen Einheit vermitteln uns Raumvorstellungen – bspw. über die Länge eines zurückgelegten Weges.
Spannung und Lösung im Rhythmus
Rhythmus bringt Spannung und Lösung in die Musik. Er erzeugt ein Gefühl von Auf und Ab, von Vorwärtsbewegung und Zurücknahme. Dieses Zusammenspiel von Spannung und Lösung ist ein wesentliches Element der musikalischen Zeitlichkeit und verleiht der Musik ihre besondere Ausdruckskraft.
Rhythmik in Melodie, Harmonie und Rhythmus
In Melodie, Harmonie und im Rhythmus selbst (der Musik ohne spezifische Tonhöhen wie Trommeln etc.) entstehen verschiedene Bewegungsvorgänge, die die spezifische musikalische Zeitlichkeit prägen.
Dauer und Schwere als zentrale Faktoren im Rhythmus
Dauer und Schwere sind zentrale Bestimmtheiten des Rhythmus. Die Dauer gliedert einen musikalischen Ablauf in Längen und Kürzen, während die Schwere die Betonung und Akzentuierung von bestimmten Tönen oder Noten hervorhebt.
Beide Faktoren prägen die rhythmische Struktur von Musik.
Die Dauer ist rhythmischer Parameter von Klängen und Pausen, die Schwere (Akzentuierung) aber nur von Klängen.
Tempo als Rahmenzeitmaß
Das Tempo ist ein absolutes Zeitmaß und gibt den Rahmen für die musikalische Zeitgestaltung vor. Es bestimmt die Geschwindigkeit der Bewegung und beeinflusst das empfundene Tempo einer Musik. Das menschliche Grundpuls von 60-80 Schlägen pro Minute dient als Maßstab für die Empfindung von schnell oder langsam.
Rhythmische Qualität durch Temposchwankungen
Das Tempo allein ist noch keine rhythmische Qualität. Erst durch Temposchwankungen entstehen Veränderungen in der rhythmischen Folge aufgrund der Betonungsverschiebungen. (Bsp.: Die neue Takteins erscheint in einem Accelarando unerwartet eher, in einem Ritardando – später.) Diese Variationen verleihen der Musik eine besondere Ausdrucksstärke und Dynamik.
Rhythmus und Metrum in Unterscheidung
Die Begriffe Rhythmus und Metrum werden oft synonym verwendet, jedoch gibt es unterschiedliche Ansichten über ihre Bedeutung. Einige Definitionen sehen den Rhythmus als dem Metrum gleichwertig an, während andere den Rhythmus als beseeltes Metrum betrachten. Das Metrum wird dann als eine regulierte Form des Rhythmus und als Gliederungsprinzip verstanden.
Die Herkunft des Begriffs Rhythmus
Der Begriff „Rhythmus“ stammt aus dem Altgriechischen, genauer gesagt von dem Wort „ῥεῖν“ (rhein), was „fließen“ oder „strömen“ bedeutet. Bereits in der Antike wurde der Rhythmus als ein allgemeines Lebensprinzip angesehen und war in verschiedenen Bedeutungen vorhanden.
Die Bedeutung des Rhythmus in der Musiktheorie der Antike
In der Musiktheorie der Antike hatte der Rhythmus bereits eine bedeutende Rolle. Er wurde als die Ordnung der Zeiten bezeichnet und war untrennbar mit dem Metrum verbunden. Metrum bezeichnete die Zahl der Pedes oder Silben, die einen Vers oder ein Musikstück bildeten.

